
CAS-Latenz ist ein Fachbegriff, der beim Vergleich verschiedener RAM-Typen häufig verwendet wird, aber nicht immer ganz klar erklärt wird. Einfach ausgedrückt bezieht sich die CAS-Latenz (Column Address Strobe Latency) auf die Verzögerung zwischen dem Zeitpunkt, zu dem der Speichercontroller deines Systems Daten vom RAM anfordert, und dem Zeitpunkt, zu dem diese Daten verfügbar werden.
In diesem Leitfaden erklären wir, wie Speichertaktung, CAS-Latenz und Geschwindigkeit tatsächlich funktionieren und wie du anhand deiner Anforderungen herausfinden kannst, welchen RAM-Speicher du kaufen musst.
Was bedeutet CAS-Latenz?
Bevor wir uns mit den Details befassen, ist es wichtig zu verstehen, dass es im Allgemeinen zwei Arten von Arbeitsspeichern für PCs gibt: Industriestandard und übertaktbarer RAM. Der Industriestandard für Speicher entspricht den Geschwindigkeiten, Timings und Spannungen, die vom JEDEC-Normungsgremium festgelegt wurden, und es folgen die Spezifikationen, denen alle Computer entsprechen müssen.
Übertaktbarer Arbeitsspeicher verfügt über aggressivere Timings als der Industriestandard-RAM und weist in der Regel niedrigere CAS-Latenzwerte auf, jedoch oft mit höheren Spannungen und anderen aggressiven Timings, die über die Industriestandard-Spezifikationen hinausgehen. Übertaktbarer RAM-Speicher funktioniert in der Regel nur in Computern, die für modifizierte Geschwindigkeiten, Timings und Spannungen ausgelegt sind.
Die CAS-Latenz (auch als CL bezeichnet) ist ein wichtiger Zeitwert, der in den RAM programmiert ist. Sie bezieht sich auf die Zeit, die der RAM benötigt, um Daten zu liefern, nachdem die CPU diese angefordert hat. Praktisch gesehen ist es so, als würde man einen Bibliothekar nach einem Buch fragen. Dann gibt die Zahl an, wie viele Sekunden es dauert, bis er es dir aushändigt. Je niedriger die Zahl, desto schneller reagiert dein System.
Nehmen wir unseren Kingston FURY Beast DDR5 6000MT/s RAM mit einer CAS-Latenz von CL30. Das bedeutet, dass dein System 30 Taktzyklen benötigt, vom Zeitpunkt, an dem der Speichercontroller einen Lesebefehl sendet, bis die Daten verfügbar sind, wobei ein Taktzyklus die Zeiteinheit ist, die die CPU und der RAM zur Koordinierung von Aufgaben verwenden. Da die Latenz in Zyklen und nicht in Zeit gemessen wird, hängt die tatsächliche Verzögerung in Nanosekunden von der Taktrate des RAM ab.
Wie berechnet man die Gesamtlatenz in Nanosekunden?
Die Gesamtlatenz (auch als tatsächliche Latenz bezeichnet) wird in Nanosekunden (ns) gemessen und ist die Gesamtzeit, die für die Datenanforderung vom Prozessor zum RAM benötigt wird. Die CAS-Latenz (CL) ist ein wichtiger Wert, der in Taktzyklen gemessen wird, aber du musst auch die Taktrate oder Datenrate des RAM berücksichtigen. Der Grund dafür ist, dass schnellerer RAM jeden Taktzyklus schneller abschließt. Daher kann ein höherer CAS-Latenzwert bei schnellerem RAM im Vergleich zu langsamerem RAM mit einem niedrigeren CL-Wert immer noch zu einer geringeren tatsächlichen Verzögerung führen. Beispiel:
- Ein RAM-Modul, das mit 6.000MT/s und einem CL30 läuft, hat eine Gesamtlatenz von etwa 10 Nanosekunden.
- Ein schnelleres RAM-Modul, das mit 7.600MT/s und einem CL38 läuft, weist trotz der höheren Geschwindigkeit eine ähnliche Verzögerung auf.
Dies zeigt, warum die Betrachtung der CAS-Latenz allein kein vollständiges Bild liefert. Zwei RAM-Kits mit sehr unterschiedlichen CL-Werten können je nach ihrer Geschwindigkeit eine ähnliche Leistung erbringen.
Um die Gesamtlatenz des RAM in Nanosekunden zu ermitteln, kann folgende Formel verwendet werden:
CAS-Latenz × (2.000 ÷ RAM-Geschwindigkeit in MT/s) = Gesamtlatenz (ns)
Anhand der obigen Beispiele:
- Ein 6.000MT/s RAM-Kit mit CL30 hat eine tatsächliche Gesamtlatenz von:
30 × (2.000 ÷ 6.000) = 10 ns - Ein schnelleres 7.600MT/s -Kit mit CL38 -Ergebnissen ergibt:
38 × (2.000 ÷ 7.600) ist ebenfalls 10 ns
Aus diesem Grund ist es für die Auswahl des richtigen übertaktbaren Arbeitsspeichers unerlässlich, sowohl die Speichergeschwindigkeit als auch die Latenzen zu verstehen. Die tatsächliche Leistung hängt vom Gleichgewicht zwischen diesen beiden Faktoren ab, nicht nur von der CAS-Latenz allein.